Alles ĂŒber die Sicherheit von Kinderspielzeug

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Sicherheit von Kinderspielzeug

Unsere Kinder sind uns das Wichtigste auf der Welt. Damit es ihnen gut geht, mĂŒssen wir sie so lange behĂŒten und beschĂŒtzen, bis sie es selbst können und uns nicht mehr brauchen. Das gilt fĂŒr jede Situation im Leben – auch beim Spielen. Gerade dort, wo man am wenigsten vermutet, auf Gefahren zu treffen, lauern sie doch. Und zwar in Form von Schadstoffen, gefĂ€hrlichen Materialien, scharfen Kanten und vieles mehr.

Aus diesem Grund sollte das Spielzeug Ihres Kindes sehr sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlt werden. Es soll im Hinblick auf die Sicherheit unbedenklich sein, trotzdem hohen Spielwert und Spielreiz bieten und nach Möglichkeit auch noch gĂŒnstig sein. Solche Spielzeuge zu finden ist gar nicht so einfach.

NatĂŒrlich können und wollen wir Ihnen die Kaufentscheidung nicht abnehmen. Unser Anliegen ist es, Sie bestmöglich beim Kauf von Spielzeug zu unterstĂŒtzen und Ihnen aufzuzeigen, worauf dabei im Hinblick auf die Sicherheit zu achten ist. Genau das soll dieser Ratgeber vermitteln.

Was zeichnet gutes Kinderspielzeug aus?

Nicht nur das Spielerlebnis soll bei einem guten Kinderspielzeug gut und nachhaltig sein, sondern auch die Sicherheit. Letztere hÀngt von vielen Faktoren ab. Die wichtigsten davon möchten wir Ihnen im Folgenden etwas nÀher vorstellen.

Holzspielzeug in einer Box
Holzspielzeug in einer Box

Holzspielzeug oder Plastik?

Viele Eltern kaufen am liebsten „pĂ€dagogisch wertvolles“ Holzspielzeug. Allerdings ist Holz nicht prinzipiell besser und gesĂŒnder als Kunststoff. Zwar werden in Plastikspielwaren immer wieder gesundheitsschĂ€dliche Weichmacher und andere dubiose Substanzen gefunden, aber in AusnahmefĂ€llen kann auch Holzspielzeug Schadstoffe enthalten. So fand man in der Vergangenheit bereits Blei in Holzlackierungen sowie Formaldehyd in Holzpuzzles. Daher sollte man bei Spielzeugkauf gewachstes, unlackiertes Holz bevorzugen.

Holz hat vor allem die Vorteile, vergleichsweise robust, langlebig und haptisch angenehm zu sein. Gerade die lange Lebensdauer des natĂŒrlichen Materials rechtfertigt einen höheren Preis. Mindestens genauso wichtig ist aber eine hochwertige Verarbeitung (z. B. abgerundete Kanten, splitterfreie, ebene OberflĂ€che), am besten aus solidem Vollholz statt aus Spanplatten.

Achtung Billigware

Gutes Spielzeug muss nicht grundsĂ€tzlich teuer sein. Aber bei extremer Billigware steigt das Risiko eines Fehlkaufs stark an. Rund drei Viertel der in Deutschland verkauften Spielsachen stammen aus asiatischer Produktion. Sogar viele deutsche Markenunternehmen lassen mittlerweile in dem fernöstlichen Billiglohnland produzieren. Ein großer Teil des so entstandenen Spielzeugs hat eine akzeptable bis gute QualitĂ€t – aber leider gibt es viel mehr Ausnahmen als den Verbrauchern recht sein kann. Die Liste der Beanstandungen reicht von harmlosen FertigungsmĂ€ngeln bis zu Schadstoff-Skandalen.

Besonders betroffen ist Spielzeug, das als No-Name-Produkt in den deutschen Handel kommt. WĂ€hrend die Markenunternehmen ihren guten Ruf zu verlieren haben und im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Auslandsproduktion zu kontrollieren versuchen, achtet eine unbekannte Vertriebsgesellschaft weniger auf solche Befindlichkeiten. Wer also in der Ramschecke des heimischen Supermarkts ein fĂŒnfteiliges Sandspielzeugset fĂŒr zwei Euro ersteht, muss sich nicht wundern, wenn das mitgelieferte PlastikschĂ€ufelchen den ersten Praxiseinsatz nicht ĂŒbersteht.

Achtung Weichmacher!

Weichmacher im Kinderspielzeug stehen zu Recht immer wieder in der öffentlichen Kritik. Aber nicht alle Weichmacher sind gefĂ€hrlich. Die Aufgabe von Weichmachern besteht in der Regel darin, einen ursprĂŒnglich harten Kunststoff biegsam und flexibel zu machen. Mit ihrer Hilfe bekommen Puppen, BĂ€lle, Quietschentchen und Beißringe die Konsistenz, die die Kleinen lieben. Um dieses Ergebnis zu erzielen, enthĂ€lt der Kunststoff oft einen sehr hohen Anteil dieser Substanzen – bis zu 50 Prozent.

GefĂ€hrlich sind vor allem bestimmte Weichmacher, die so genannten Phthalate, außerdem die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die in Spuren in den Weichmachern enthalten sein können. Phthalate werden in zahlreichen Produkten eingesetzt, sind aber in der EuropĂ€ischen Union fĂŒr Kleinkinderspielzeug (Kinder bis drei Jahren) verboten.

Trotz des Verbots finden Kontrolleure immer wieder Phthalate im Spielzeug. Dabei handelt es sich oft um Billigprodukte, die aus Asien eingefĂŒhrt wurden. Phthalate, die sich beim Kauf gelegentlich durch einen strengen Geruch verraten, werden von den Kleinkindern ĂŒber den Speichel aufgenommen und wirken im Körper wie Hormone. Dies kann Hoden, Leber und Nieren schĂ€digen.

Es gibt aber Alternativen: Im Gegensatz zu Phthalaten gelten andere Weichmacher, beispielsweise Hexamoll, als gesundheitlich unbedenklich. Viele Substanzen sind allerdings in ihren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch nicht ausreichend erforscht. Wer jedes Restrisiko ausschließen will, muss auf Spielzeug aus weichem Kunststoff bzw. PVC verzichten.

Die QualitĂ€t von Spielzeug: So können Sie selbst ĂŒberprĂŒfen

Wer sich von der QualitĂ€t bzw. von eventuellen MĂ€ngeln eines Spielzeugs ĂŒberzeugen möchte, sollte die Ware persönlich testen – soweit dies möglich ist. Zwar legt die europĂ€ische Norm DIN EN 71 recht genau fest, welche Eigenschaften ein Spielzeug haben darf – aber nur ein geringer Teil des jĂ€hrlich neu entwickelten Spielzeugs wird tatsĂ€chlich umfangreichen Tests unterzogen. Auch die Untersuchungen, die in die Vergabe eines GĂŒtesiegels mĂŒnden, sind in der Regel fĂŒr die Hersteller freiwillig. Daher ist der Verbraucher aufgefordert, die ÜberprĂŒfung im wahrsten Wortsinne in die eigenen HĂ€nde zu nehmen.

Ist die Ware nicht fest eingepackt, dann ist die Chance besonders gut, das Material genau in Augenschein zu nehmen. Ist alles sauber verarbeitet oder gibt es lose Teile, die das Kind vielleicht sogar verschlucken kann? Hat das Spielzeug spitze Ecken, von denen eine Verletzungsgefahr ausgeht? FĂ€rbt das Holzspielzeug schon beim Anfassen ab oder wirkt es sehr zerbrechlich? All dies lĂ€sst sich oft schon mit einer einfachen Handprobe feststellen – selbstverstĂ€ndlich ohne den Gegenstand zu beschĂ€digen.

Die im Kleinkind-Spielzeug verbotenen Phthalate (Weichmacher) verraten sich manchmal durch einen strengen Geruch. Stinkende Spielsachen sollte man vorsichtshalber im Regal stehen lassen.

Bei eingepacktem Spielzeug aus dem Einzelhandel besteht meist erst zu Hause die Möglichkeit fĂŒr eine QualitĂ€tsĂŒberprĂŒfung. FĂ€llt der Test dann negativ aus, hĂ€ngt es von der individuellen Regelung des VerkĂ€ufers ab, ob und zu welchen Konditionen man das Spielzeug zurĂŒckgeben darf. Bei wirklich groben MĂ€ngeln sollte man auf jeden Fall auf eine RĂŒckgabe drĂ€ngen und eventuell sogar VerbraucherschĂŒtzer ĂŒber den Fall informieren.

Mehr Rechte hat der Verbraucher im Onlinehandel. Wer per Internet ein Spielzeug kauft, darf es in der Regel innerhalb von 14 Tagen zurĂŒckgeben, auch ohne Angabe von GrĂŒnden und mit geöffneter Originalverpackung.

Wichtige QualitÀtskriterien

Ein hochwertiges Spielzeug muss viele Anforderungen erfĂŒllen. Es sollte nicht nur gut verarbeitet und ungefĂ€hrlich sein, sondern auch einen hohen Spielspaß bieten. Die folgenden Kriterien sind besonders wichtig, um die Sicherheit eines Spielzeugs zu bewerten:

  • Frei von Schadstoffen: Europaweit sind strenge Grenzwerte fĂŒr potenziell gefĂ€hrliche Substanzen festgelegt. Voraussetzung fĂŒr die Einhaltung der Grenzwerte sind wirkungsvolle Tests. So wurden z. B. von der Zeitschrift ÖKO-Test bereits mehrmals Fingerfarben auf ihre VertrĂ€glichkeit hin getestet.
  • Ohne verschluckbare Kleinteile: Spielzeug fĂŒr Kinder bis zu drei Jahren darf keine Teile enthalten, die sich leicht verschlucken lassen.
  • Hohe StabilitĂ€t: Ein Spielzeug darf auch bei grĂ¶ĂŸerer Gewalteinwirkung nicht sofort entzwei brechen und keine scharfen Bruchkanten hinterlassen.
  • Geringe LĂ€rmemission: Das Spielzeug darf keine Gefahr fĂŒr das Kinderohr darstellen, selbst wenn es direkt an das Ohr gehalten wird.
  • Sichere Verpackung: Die Verpackung sollte sich möglichst nicht ĂŒber den Kinderkopf ziehen lassen und keine gesundheitsschĂ€dlichen Weichmacher beinhalten.
  • Hygiene: Gerade fĂŒr ein Babyspielzeug ist Hygiene sehr wichtig. Daher sollte das Spielzeug leicht abwaschbar sein, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch. FĂŒr Stoffe ist es am einfachsten, wenn sich diese bei hoher Temperatur waschen lassen.
  • Scharfe Kanten und spitze Ecken: GefĂ€hrlich scharfe Kanten und spitze Ecken zĂ€hlen zu den meist offensichtlichen – und damit leicht zu vermeidenden – Gefahrenquellen an Kinderspielzeug. Sowohl Holz- als auch Plastikspielzeug kann scharfkantig sein. Insbesondere Verletzungen der Mundschleimhaut und der Augen können fĂŒr die Kinder sehr unangenehme Folgen haben. Daher sollte man beim Kauf unbedingt darauf achten, dass alle Ecken abgerundet sind und keine spitzen Teile aus dem Spielzeug hervorragen. SelbstverstĂ€ndlich gehören auch Dartpfeile und vergleichbare Wurfgeschosse nicht in KinderhĂ€nde. Bei Holzspielzeug kommt noch hinzu, dass sich an schlecht verarbeiteten, scharfen Kanten besonders leicht Holzsplitter lösen können. Kinder gehen oft rabiat mit ihrem Spielzeug um und begĂŒnstigen dadurch die Splitterbildung.

Siegel und PrĂŒfzeichen fĂŒr die QualitĂ€t von Kinderspielzeug

Damit auch „Otto-Normalverbraucher“ die QualitĂ€t und Sicherheit von Kinderspielzeug möglichst optimal einschĂ€tzen kann, gibt es verschiedene GĂŒtesiegel und PrĂŒfzeichen. Die wichtigsten davon stellen wir hier vor.

VDE-Zeichen

Immer mehr Spielzeug beinhaltet elektronische Funktionen. Ein wichtiges GĂŒtesiegel fĂŒr solche Produkte ist das dreieckige VDE-Zeichen. Das VDE-Zeichen wird vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) vergeben. Schwerpunkt der Untersuchung, der sich die Hersteller freiwillig unterziehen, ist die ÜberprĂŒfung auf elektrische und mechanische MĂ€ngel. DarĂŒber hinaus werden aber auch weitere GefĂ€hrdungen ĂŒberprĂŒft, beispielsweise giftige Substanzen oder zu hohe GerĂ€uschemissionen.

Gegenstand der Kontrolle sind beispielsweise elektronische Spielzeuge fĂŒr Kleinkinder, aber auch Modellspielzeuge oder SpielgerĂ€te mit elektrischem Antrieb. Laut Analyse des VDE aus dem Jahr 2009 geht das grĂ¶ĂŸte Sicherheitsrisiko von verschluckbaren Kleinteilen aus, gefolgt von zu lauten GerĂ€uschen fĂŒr das empfindliche Kinderohr. Auf dem dritten Platz folgten schließlich elektrische MĂ€ngel.

Fazit: Das VDE-Zeichen hat fĂŒr Spielzeug mit ausgeprĂ€gten elektronischen Komponenten eine große Bedeutung.

TÜV Proof-Zeichen

Ähnlich wie das LGA-QualitĂ€tszertifikat wird das TÜV Proof-Zeichen nach einer umfangreichen Sicherheits- und SchadstoffĂŒberprĂŒfung vergeben. Ein wichtiger Akzent der Kontrolle liegt auf den Schadstofftests, die einem Produkt eine (weitgehende) gesundheitliche Unbedenklichkeit attestieren. Dabei wird eine breite Palette möglicher Schadstoffe ĂŒberprĂŒft, darunter auch Schadstoffe, fĂŒr die noch keine gesetzlichen Grenzwerte festgeschrieben wurden. Ziel der SicherheitsĂŒberprĂŒfung ist dagegen, dass die Produkte die EU-Spielzeugrichtlinie DIN EN 71 einhalten.

Hersteller können das GĂŒtesiegel auf freiwilliger Basis beantragen und mĂŒssen es selbst bezahlen. Das Siegel muss jĂ€hrlich erneuert werden.

LGA-QualitÀtszertifikat

Das LGA-QualitĂ€tszertifikat wird vom TÜV Rheinland fĂŒr viele Produktgruppen vergeben – auch fĂŒr Spielzeug. DafĂŒr muss das Spielzeug strenge, vor allem technische Tests bestehen. Auf dem Testprogramm stehen zum Beispiel Belastbarkeit und Entflammbarkeit (also Feuergefahr) sowie der Schadstoffgehalt. Zu diesem Zweck wird das Spielzeug beispielsweise Dauerbelastungen und ZugprĂŒfungen ausgesetzt. Auf diese Weise lĂ€sst sich simulieren, ob ein Kuscheltier der dauerhaften Liebe eines energischen Kleinkinds gut standhĂ€lt. In diesem Sinne prĂŒft das LGA-QualitĂ€tszertifikat nicht nur die gesetzlichen Normen ab, sondern stellt eine echte QualitĂ€tsprĂŒfung dar.

Umfangreich ist auch die ÜberprĂŒfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit. Dabei wird unter anderem nach Weichmachern im Plastik gefahndet sowie die Speichel- und Schweißechtheit getestet. Das LGA-QualitĂ€tszertifikat ist ein freiwilliges GĂŒtesiegel und ist fĂŒr die Hersteller mit erheblichen Kosten verbunden, was seine Verbreitung einschrĂ€nkt.

Fazit: Der Schriftzug “LGA-QualitĂ€tszertifikat” beweist, dass ein Spielzeug einen echten HĂ€rtetest bestanden hat.

Öko-Tex Standard 100

Das Siegel Öko-Tex bezieht sich auf unterschiedliche Textilprodukte und umfasst damit auch textiles Spielzeug, also beispielsweise Stofftiere. Die geprĂŒften und zertifizierten Produkte gelten als schadstoffarm.

Das QualitĂ€tssiegel Öko-Tex Standard 100 wird nicht nur in Deutschland, sondern international nach denselben Kriterien vergeben. Die angeschlossenen, neutralen PrĂŒfinstitute testen, ob die Produkte verbotene oder potenziell gesundheitsgefĂ€hrdende Substanzen enthalten (z. B. Pestizide oder Formaldehyd). Das Label mit dem Schriftzug „Textiles Vertrauen“ ist bei den Verbrauchern recht bekannt und genießt ein hohes Vertrauen.

Die festgelegten Grenzwerte und untersuchten Inhaltsstoffe gehen oft ĂŒber die gesetzlichen Forderungen hinaus. Unter anderem wird ĂŒberprĂŒft, ob bestimmte Allergie auslösende Farbstoffe nachgewiesen werden können. Außerdem wird berĂŒcksichtigt, dass vor allem Kleinkinder ihr Spielzeug gerne in den Mund nehmen und die Textilien daher besonders risikoarm sein mĂŒssen.

Fazit: FĂŒr Stofftiere und anderes Spielzeug aus Textilien ist das Siegel Öko-Tex Standard 100 beinahe ein Muss.

GS-Zeichen

Das GS-Zeichen steht fĂŒr “GeprĂŒfte Sicherheit”. Das Zeichen wird auf Antrag der Hersteller fĂŒr Produkte verliehen, die konkrete, gesetzlich abgegrenzte Sicherheitsanforderungen erfĂŒllen.

Im Gegensatz zur CE-Kennzeichnung beruht das GS-Zeichen auf einer ÜberprĂŒfung, der sich die Hersteller freiwillig unterziehen. Zwar ist das GS-Zeichen kein GĂŒtesiegel im engeren Sinne, da es nichts ĂŒber die allgemeine QualitĂ€t eines Produktes (z. B. ĂŒber die Verarbeitung) aussagt – aber ein Spielzeug mit GS-Zeichen sollte aufgrund seiner Konstruktion und Beschaffenheit ungefĂ€hrlich fĂŒr ein Kind sein.

Bei dem Zeichen wird vorausgesetzt, dass ein (Ă€lteres) Kind das Spielzeug weitestgehend so benutzt, wie es vorgesehen ist. Wenn dagegen ein Kind beispielsweise im Stehen rodelt, wird keine ProduktprĂŒfung der Welt verhindern, dass der Schlitten samt Kind in den Schnee stĂŒrzt. Das Zeichen berĂŒcksichtigt darĂŒber hinaus, dass gerade kleine Kinder sehr „kreativ“ mit ihrem Spielzeug umgehen, es vielleicht in den Mund stecken usw. Warnhinweise auf den Produkten sollen die Unfallgefahr minimieren.

Fazit: Das GS-Zeichen ist ein guter Hinweis fĂŒr Verbraucher. Das gilt nicht nur, aber in besonderem Maße, fĂŒr Spielzeug mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko.

CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung ist aufgrund des auffĂ€lligen, weit verbreiteten CE-Zeichens bei vielen Verbrauchern bekannt. Allerdings ist diese Kennzeichnung kein GĂŒtesiegel im eigentlichen Sinne, sondern nur eine Deklarierung nach EU-Recht.

Die CE-Kennzeichnung bestĂ€tigt, dass ein Produkt den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der EuropĂ€ischen Union entspricht und somit in den Handel gelangen darf. Dabei handelt es sich um Mindestanforderungen, die keinen hohen Standard garantieren. Außerdem bringen die Hersteller das CE-Zeichen in eigener Verantwortung an – bei vielen Produkten ist eine externe PrĂŒfung nicht vorgesehen.

Fazit: FĂŒr Spielzeug ist die CE-Kennzeichnung recht aussagearm.

„spiel gut“

Das mit dem unabhĂ€ngigen GĂŒtesiegel „spiel gut“ ausgezeichnete Spielzeug muss viele Kriterien erfĂŒllen. So soll es unter anderem umweltvertrĂ€glich sein, die Phantasie anregen und viele Spielmöglichkeiten eröffnen.

Besonderen Wert wird auch auf Material, Konstruktion, Farbe, Form, Langlebigkeit und kindgerechte GrĂ¶ĂŸe des Spielzeugs gelegt. Potentiell gesundheitsfĂ€hrdende Stoffe wie PVC und die darin enthaltenen Weichmacher sind verboten. JĂ€hrlich werden ĂŒber 500 Produkte ĂŒberprĂŒft, von denen etwa die HĂ€lfte das PrĂ€dikat erhalten.

Vergeben wird das GĂŒtesiegel „spiel gut“ vom gemeinnĂŒtzigen „Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug e.V.“. In diesem von der Spielzeugindustrie unabhĂ€ngigen Gremium sind PĂ€dagogen, Psychologen, Chemiker und andere Experten zahlreicher Fachrichtungen vertreten. Zum Testen des Spielsachen nutzt der Verein auch die Kompetenz von Familien und pĂ€dagogischen Einrichtungen wie KindergĂ€rten.

Fazit: Das orange, runde “spiel gut”-Siegel ist eine wertvolle Orientierungshilfe fĂŒr SpielzeugkĂ€ufer.

Gefahren und Sicherheitshinweise fĂŒr verbreitete und beliebte Spielwaren

Theorie schön und gut – doch wie sieht es mit der Sicherheit in der Praxis aus? Wir haben und einige beliebte und weit verbreitete Spielzeuge und Spielartikel angesehen und geben Ihnen wertvolle Tipps hinsichtlich der Sicherheit.

Spielhaus

Ein Spielhaus ist in der Regel als spannendes Gartenmöbel fĂŒr Kinder gedacht. Kleine, mobile SpielhĂ€user können grundsĂ€tzlich auch in InnenrĂ€umen aufgebaut werden. Der KĂ€ufer hat die Qual der Wahl zwischen unzĂ€hligen Modellen und Ausstattungsvarianten. Die wichtigste Unterscheidung besteht zwischen den Materialien Holz auf der einen Seite sowie Kunststoff bzw. Schaumstoff auf der anderen Seite. Mit allen Materialien sind Vor- und Nachteile verbunden.

Potenzielle Risiken: Ein hölzernes Spielhaus steht stĂ€ndig draußen und muss daher vielen Wetterbedingungen trotzen. DafĂŒr sorgt unter anderem eine gute ImprĂ€gnierung bzw. ein Schutzanstrich des Holzes. Bei fertig gekauften HolzhĂ€usern sollte man darauf achten, dass die Farbe nicht nur wetterfest, sondern auch umweltfreundlich ist. Theoretisch können Kunststoffelemente eines Spielhauses Weichmacher und schĂ€dliche Farbstoffe enthalten. In der Praxis ist das Gefahrenpotenzial aber niedrig, da die Materialien kaum im Mundkontakt stehen. HĂ€ufiger dagegen kommt es vor, dass ein Kinderspielhaus (sowohl aus Holz als auch aus Kunststoff) scharfe Kanten mit Verletzungsrisiko besitzt.

Spielwert: WĂ€hrend manche SpielhĂ€user durch eine phantasievolle Gestaltung bereits zum Spielen anregen, sind andere HĂ€user eher robust (was durchaus eine StĂ€rke darstellt!) und nĂŒchtern. Vor allem bei den HolzhĂ€usern ist das HĂ€uschen oft „nur“ die HĂŒlle, die innen mit geeigneten Accessoires zum Leben gebracht werden muss. Bei mobilen HĂ€usern aus zusammensetzbaren Elementen kann das Aufbauen selbst schon Teil des Spiels sein.

Fazit: Ein Spielhaus ist fĂŒr Kinder eine vielseitig nutzbare – und in der Regel gefahrlose – Attraktion des Gartens. Es ist zugleich Unterschlupf, Versteck und Anregung zum Spielen

Legosteine

Die Lego Bausteine (kurz: Legosteine) gehören seit ĂŒber 60 Jahren zur Grundausstattung vieler deutscher Kinderzimmer. Neben den klassischen, knapp einen Zentimeter hohen Legosteinen vertreibt das dĂ€nische Herstellerunternehmen Lego verschiedene Themenwelten. Die wohl wichtigste Produktvariation sind die grĂ¶ĂŸeren „Duplo“-Steine.

Potenzielle Risiken: Die Legosteine in NormalgrĂ¶ĂŸe sind fĂŒr Kleinkinder bis zu drei Jahren ungeeignet. Die harten, scharfkantigen Plastiksteine lassen sich leicht verschlucken und können dabei Verletzungen hervorrufen. Daher sollten Eltern darauf achten, dass auch die Ă€lteren Geschwisterkinder ihr Lego immer gut wegrĂ€umen. Gefahrlos sind dagegen die Duplo-Steine. Diese haben die doppelten Maße der normalen Bausteine und werden etwa ab 1,5 Jahren empfohlen. Weitere Risiken, die etwas vom Material der Legosteine ausgehen könnten, sind nicht bekannt.

Spielwert: Legosteine sind ein hervorragendes Beispiel dafĂŒr, wie vergleichsweise einfache Spielelemente die KreativitĂ€t und Spielfreude anregen. Schon sehr junge Kinder erfassen die Spielmöglichkeiten (von Duplo) intuitiv und haben Spaß daran, zunĂ€chst einfache und spĂ€ter immer komplexere Bauten zu errichten. Die zusĂ€tzlichen Themenwelten, zum Beispiel die Eisenbahn, eröffnen zahlreiche weitere Möglichkeiten.

Fazit: Legosteine haben einen ausgesprochen hohen Spielwert und sind eine echte Alternative (oder ErgĂ€nzung) zu Bauklötzen aus Holz. Je nach dem Alter des Kindes sollte Lego in der OriginalgrĂ¶ĂŸe oder das grĂ¶ĂŸere und damit kindersichere Duplo zum Einsatz kommen.

Lego 60141
Lego 60141

Schaukelpferd

Das Schaukelpferd ist ein robuster Spielzeugklassiker, an dem bereits sehr junge Kinder ab einem Jahr viel Spaß haben. Unter elterlicher Aufsicht können die Kleinen schaukeln, sobald sie eigenstĂ€ndig sitzen und sich am Schaukelpferd festhalten können.

Potenzielle Risiken: Wer eifrig schaukelt, kann auch mal auf den Boden fallen. Und so gehören blaue Flecken zum Spielen mit dem Schaukelpferd einfach dazu. Da die Pferde meist aus wenigen großen Holzteilen gefertigt werden, gibt es in der Regel kein Risiko des Verschluckens (es sei denn, z. B. die Augen bestehen aus losen Kleinteilen). Kritisch wĂŒrdigen sollte der Verbraucher den Holzlack. Dieser sollte auf keinen Fall unangenehme GerĂŒche freigeben. Eine Alternative sind gewachste oder geölte Schaukelpferde.

Spielwert: Es dĂŒrfte praktisch kaum ein gesundes Kind geben, das nicht gerne schaukelt. Zwar bietet das Schaukelpferd keine dauerhafte BeschĂ€ftigung, ist aber ideal fĂŒr ein bisschen Bewegung zwischendurch. Bei sehr kleinen Kindern kann es sein, dass diese das Schaukeln noch nicht beherrschen, sodass die Eltern etwas mithelfen mĂŒssen.

Fazit: Ein Schaukelpferd ist ein guter Freund im Kinderzimmer. Schaukeln macht Spaß, sorgt fĂŒr Bewegung und ist weitgehend gefahrlos. Wer seine lĂ€rmempfindlichen Nachbarn nicht Ă€rgern will, sollte das Schaukelpferd nicht direkt auf den Boden, sondern auf einen Teppich stellen.

Barbie-Puppen

Die Barbie-Puppe ist der Klassiker unter den Puppen. Im Jahr 1959 wurde die erste Barbie der Welt von der US-Firma Mattel hergestellt. Damit begann der Siegeszug der Puppe rund um die Welt. Angeblich besitzt jedes deutsche MÀdchen im Durchschnitt sieben Schöpfungen aus der Modellreihe Barbie.

Potenzielle Risiken: Eine Barbie-Puppe ist vergleichsweise robust. So mĂŒssen Kleinkinder, fĂŒr die die Puppen eigentlich nicht bestimmt sind, schon erhebliche Gewalt anwenden, um beispielsweise Barbies Kopf abzutrennen. Von 2003 bis 2007 wurden Barbie-Puppen (aber auch Puppen einiger anderer Marken) produziert, aus denen sich kleine Magneten lösen konnten, die von Kleinkindern hĂ€tten verschluckt werden können. Die Firma Mattel startete seinerzeit eine RĂŒckrufaktion.

Spielwert: Die weltweite Beliebtheit der Puppen lĂ€sst keinen Zweifel daran, dass Barbie, Ken und ihre Freunde einen hohen Spielwert haben – insbesondere fĂŒr kleine MĂ€dchen ab etwa vier Jahren. Das KĂ€mmen, An- und Auskleiden macht einfach Spaß. Und dabei ist den Kindern zunĂ€chst einmal egal, dass Barbie unrealistische anatomische Maße besitzt, die nicht unbedingt zu einem aufgeklĂ€rten gesellschaftlichen Frauenbild passen.

Fazit: Mit einer Barbie-Puppe kann man vor allem bei jungen MĂ€dchen kaum etwas falsch machen. Auch wenn ein Kleinkind die Puppe in die HĂ€nde bekommt, besteht keine Gefahr. Beim Kauf von Puppen-Accessoire lohnt sich eventuell ein kritischer Blick.

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